blutegelbehandlung


 

Blutegeltherapie

 

Die Blutegelbehandlung ist eine sehr alte Behandlungsform, die im 18. und 19. Jahrhundert oft angewandt wurde. Die Egel wurden damals dem normalen Aderlass vorgezogen, ohne zu wissen, warum diese Behandlungsform so gute Erfolge erzielte.

Heute weiß man, dass in dem Speichel (Saliva) der kleinen Tierchen 30 bis 100 verschiedene Stoffe nachgewiesen werden können. Nur ein keiner Teil davon ist erforscht. Hierbei handelt es sich in der Hauptsache um:

 

  • Hirudin: es verhindert die Gerinnung des Blutes dadurch, dass es die Wirkung des Thrombins aufhebt. Allerdings wirkt es nur kurz, also während des Saugvorganges.

     

  • Calin: wirkt länger gerinnungshemmend als das Hirudin und ist deshalb für die Nachblutung verantwortlich, die bis zu 12 Stunden dauern kann. Beim Menschen sogar bis zu 24 Stunden. Diese Nachblutung ist ausdrücklich erwünscht und sollte auf gar keinen Fall unterbunden werden, da die Wunde so auf natürlichem Weg gereinigt wird.

     

  • Orgelase: wirkt durchblutungsfördernd durch eine Beschleunigung des Lymphstroms, wichtig für schlecht heilende Wunden, Abszesse und Furunkel, aber auch für Gelenkerkrankungen die durch eine Mangeldurchblutung begünstigt werden. Außerdem hemmt sie das Bakteriumwachstum.

     

  • Bdellin: wirkt auch wieder gerinnungs- und entzündungshemmend.

     

  • Egline: wirken antibiotisch und verhindern so Entzündungen

     

  • Destabilase: sorgt für eine Schmerzunempfindlichkeit auch über die Behandlungsdauer hinweg. Daher kann diese Therapie so gut bei Arthrosen, Arthritis, Spondylose, HD, ED, Verrenkungen, Verstauchungen und ähnlichen Gelenkerkrankungen helfen.

 

Der Saugvorgang des Blutegels dauert 30 Minuten bis zu 2 Stunden. In dieser Zeit saugt er etwa 3 – 8 ml Blut. Durch die Nachblutung kommt es zu einem weiteren Blutverlust von bis zu 40 ml.

Deshalb wird empfohlen einen Patienten unter 5 – 7 kg Körpergewicht nicht zu behandeln. Ich persönlich lege Blutegel nur bei Hunden und Katzen an, die mehr als 10 kg wiegen.

 

Durch die schmerzstillenden Eigenschaften des Speichels wird die Behandlung von den Patienten in der Regel sehr gut toleriert. Der Biss wird lediglich wie ein kleiner Mückenstich wahrgenommen. Einige schlafen sogar ein :-)

 

Aus Tierschutzgründen setzte ich in meiner Praxis ausschließlich Blutegel aus deutschen Nachzuchten ein. Wildfänge, z.B. aus der Türkei, werden in Deutschland in den Zuchtstationen zwar in Quarantäne gehalten bis sie zum Einsatz kommen, aber bei hier gezüchteten Egeln habe ich ein besseres Gefühl.

 

Die Egel leben bei mir in einem kleinen Aquarium, wo sie genug Bewegungsfreiheit zum Schwimmen, Schlupfwinkel zum Verstecken und kleine Steinchen haben, an denen sie ihre alte Haut abstreifen können.

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